Android mit Maus – USB OTG

Ein Kollege hat, nachdem er alles auf sein Oneplus One migriert hatte, selbiges auf den Boden fallen lassen. Dabei ist das Display so unglücklich gebrochen, dass es zwar noch alles angezeigt, der Touchscreen jedoch nicht mehr reagiert hat. Normalerweise ist es ja kein Problem, aber er hatte das Teil weder verschlüsselt, noch gebackupped. Und zu allem Überdruss war auch noch ein Bitcoin-Wallet drauf (zwar nicht mit viel, aber doch).

Da er nicht riskieren wollte, dass der Walletinhalt verschwindet, mussten die BTCs an eine andere Wallet gesendet werden. Dazu muss man aber das Telefon auch bedienen können.

Erfreulicherweise kann man aber einfach eine Maus an das Handy anstecken und das ganze Android mit selbiger bedient werden. Man kann sogar einen USB-Hub anstecken und so auch weitere Geräte wie Keyboards oder externe Festplatten anstecken.

Ziemlich Cool, oder ?

Die magische Technologie, die dahintersteckt nennt sich USB-On-the-Go (USB OTG) und wurde 2007 mit der Einführung der Micro-USB-Stecker spezifiziert. Mittlerweile können schon jede Menge Devices OTG – zumindest bei meinen Geräten konnte ich das erfolgreich testen.

Mit OTG lässt sich der USB-Port on Slave- auf Hostbetrieb umschalten um eben dann Slave-Devices wie Mäuse und Tastaturen daran zu betreiben. Zu diesem Zweck hat Micro-USB (wie auch Mini-USB) einen fünften PIN, mit dem das angesteckte Gerät das Handy in den Hostbetreib umschalten kann.

Um nun ein herkömmliches Gerät anzustecken, wird ein Adapter benötigt. Es gibt einerseits USB-auf-Micro-USB-OTG-Adapter, die bereits die korrekte Codierung auf PIN 5 machen. Alternativ kann man mit ein wenig Bastelei selbst einen herkömmlichen USB-MicroUSB-Adapter OTG-Fähig machen.

USB-On-the-Go

Dazu muss man nur die Pins 4 und 5 verbinden. Es ist ein bisschen fummelig aber lösbar …  ich würde den Aufwand aber nur treiben, wenn man schon so einen Adapter daheim hat, da die Anschaffung eines OTG-Adapters mit nur ca. 2 EUR zu Buche schlägt.

Also – Adapter ans Handy gesteckt, Maus dran, und schon kann man das defekte Touch-Display wieder bedienen.

Bei Gelegenheit werde ich die Variante mit einem (aktiven) USB-Hub und HDD, Keyboard und Maus mal testen … Das wird sicher witzig !